Im Jahr 2001 fuhren wir in der gleichen Besetzung wie im Jahr zuvor mit Verstärkung. Die Mannschaft bestand aus Petra und Markus Theisinger, Markus Heitz, Carina Roos, Nicole und mir. Für Carina war das im übrigen die Womo Jungferntour.
Die Tour war teilweise sehr ähnlich wie die des Vorjahres.
Wie immer hatten wir keinen festen Zeitplan und die meisten Ziele wurden auch
erst während der Tour festgelegt. Feste Ziele waren eigentlich nur der
erste Zielort und das Endziel der Reise.
Unser erstes Ziel war Vallon Pont
d'Arc an der Ardèche. Das
Ende der Reise sollte uns nach Marseillan
Plage, einem touristisch (zu) gut erschlossenen Ort am Mittelmeer bringen.
Da wir erst abends starteten erreichten wir nach einer Übernachtung auf einem Parkplatz tags darauf Vallon Pont d'Arc, wo wir auf dem Campingplatz L'Ardèchoise wie gewohnt einen sehr guten Stellplatz bekamen. Nach einem Tag Entspannen von den Fahrstrapazen gingen wir dann den aktiven Teil unseres Urlaubs an: Eine Kanufahrt in den reisenden Fluten der Ardèche!
Nachdem
wir uns bei gutem Frühstück für den Tag gerüstet hatten
holten wir die bestellten Kanus am Fluss ab. Eine Kanuvermietung findet man
fast auf jedem Campingplatz in Vallon.
Es gibt drei verschiedene Touren. Eine, die nur ca. 7km lang ist, eine mit
ca. 24km und eine dritte mit ca. 31km. Als echte Abenteuerer :-) entschieden
wir uns natürlich für die Maxi- Tour. Hätten wir abends noch
mal darüber diskutiert hätten wir vermutlich die Kürzere gewählt.
Es war nämlich verdammt anstrengend. Dafür wird man aber mit ein
paar sehr schönen landschaftlichen Eindrücken belohnt, die man von
oben nicht hat. Außerdem machen die Stromschnellen (mir zumindest) immer
wieder Spass ...
Der Nachteil der kürzeren Touren ist, dass man bei der ganz kurzen eigentlich
schon wieder aufhören muss, wenn man grade richtig warm geworden ist.
Bei der mittleren Tour ist es sehr schade, dass einer der interessantesten
Punkte, der Pontd'Arc, nicht auf der Strecke liegt.
Macht man die große oder kleine Tour erricht man nach ca. 5km den Strand
von dem aus dieses Foto geschossen wurde. Auf jeden Fall ein Grund um die
Fahrt für eine kurze Zeit zu unterbrechen. Man sollte sich jedoch nicht
zu viel Zeit nehmen, da die Fahrt noch sehr lange dauert ...
Probiert die Tour am besten mal selbst aus. Achtet jedoch darauf, dass ihr
morgens einigermassen früh aufs Wasser kommt und ihr nicht zu viele Pausen
macht. Die Rückholfahrzeuge, die die Kanufahrer kurz vor St. Martin d'Ardèche
einsammeln haben normalerweise um 17:00 Uhr Feierabend. Aus eigener
Erfahrung kann ich aber sagen, dass die Fahrerer glücklicherweise sehr
geduldige Menschen sind ...
Am nächsten Tag war dann Wundenlecken angesagt. Der Muskelkater musste
kuriert werden. Außerdem hatten es Markus und ich geschafft einige Körperstellen
nicht gut genug gegen die gnadenlose Sonne, die uns im Flußbett erwartete,
zu schützen, so dass wir auch damit zu kämpfen hatten. Leider hatte
es Markus so hart erwischt, dass er bei einigen weiteren Aktivitäten
im Urlaub nicht mitmachen konnte. Sonnenbrand auf dem Fußrücken
ist wohl eine echt be$%/$$&!& Sache. Bilder davon werde ich nicht
veröffentlichen. Die darf wenn überhaupt jemand Markus auf seine
Seite stellen.
Nachdem wir uns dann wieder erholt hatten begannen wir mit dem Erkundungsteil
der Tour. Nichts lag näher als das Städchen, in dem wir uns sowieso
gerade befanden: Vallon Pont d'Arc.
Von Vallon Pont d'Arc aus empfiehlt es sich im übrigen auch ein paar
kleiner Touren zu machen, da die Landschaft recht beeindruckend ist und viele
Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Wir erldigten das auf dem Weg zu unseren
weiteren Zielen. Dieses Mal war die Tropfsteinhöle Aven
Marzal an der Reihe. Das besondere an dieser Höhle ist, dass sie
nicht wie die meisten anderen mehr oder weniger ebenerdig verläuft sondern
wie ein Schacht in die Erde führt. Die Höhle ist zwar schön
konnte meiner Meinung nach aber nicht mit der letztjährig besuchten (Grotte
de la Madeleine) mithalten.
Als nächstes ging es dann an den Besuch von ein paar Städten: Orange,
Les Beaux de Provençe und Avignon.
Orange ist eine recht überschaubare Stadt im Rhônetal, die eine sehr lange Geschichte hat, die im Ortskern auch gut erkennbar ist. Ein kurzer Besuch ist dieses Städchen allemal Wert, allein um einmal im örtlichen Theater gewesen zu sein.
Das nächste Ziel war dann Les Beaux de Provençe. Eine Stadt, die ich schon vor einigen Jahren einmal besuchte, die mich aber wieder aufs neue beeindruckte.
Zum Abschluß des Tages fuhren wir dann noch bis nach Avignon. Die Stadt
besichtigten wir dann noch am Abend. Leider hatten wir an diesem Tag sehr
starken Mistral, so dass es nicht sehr viel Spass machte, sich in ein nettes
Straßenbistro zu begeben um dort den Tag ausklingen zu lassen. Ich gehe
davon aus, dass diese Stadt, wenn man sie länger genießt, eine
tolle Atmosphere hat.
Den Tag liessen wir dann aber trotzdem noch bei einem Krug Landwein in einer
kleinen Kneipe ausklingen.
Für Camper möchte ich an dieser Stelle noch die Campingplätze
auf einer Landzunge in der Rhône empfehlen. Wir suchten uns den städischen
Campingplatz aus, von dem aus man einen wundervollen Blick auf den Papstpalast
und die besungene Brücke von Avignon hat.
Tags darauf setzten wir uns in Richtung Marseillan Plage in Gang. Wir wählten
den Weg über Arles und die Carmargue in Richtung Montpellier (eigentlich
nur, weil wir wohl eine Abfahrt verpassten) nach Marseillan. Abends stellten
wir dann fest, dass es vielleicht doch sehr schön gewesen wäre in
Arles einen Stopp einzulegen, da die Stadt
ja doch eine schöne Ausstrahlung hatte. Mal sehen, vielleicht wird es
ja 2002 was.
Die
Carmargue ist auch immer ein kleiner Abstecher wert. Mit etwas Glück
bekommt man sogar ein paar Wildstiere zu sehen und wenn man nur sehr stark
vom Pech verfolgt ist schafft man es hindurch zu fahren ohne eine Herde carmarguescher
Wildpferde zu erspähen.
Im weiteren Verlauf der Fahrt gerieten wir unbeabsichtigt noch mitten nach
Montpellier. Ich gehe davon aus, dass es eigentlich eine sehr schöne
Stadt ist. Zumindest wenn man nicht versucht mit zwei Wohnmobilen mitten im
Feierabendverkehr hindurchzufahren ohne sich zu verlieren. Zum Glück
hatten wir ja Funkgeräte an Board, so dass wir uns hinter der Stadt dann
auch wieder fanden ...
Von hier aus ging es dann weiter durch die Carmargue in Richtung Sète.
Séte hat einen ziemlich großen Hafen (wenn ich es richtig weiss
sogar den zweitgrößten Seehafen Frankreichs) durch den man mehr
oder wenige mitten hindurchfährt. Da gibt es schon das ein oder andere
beeindruckend große Schiff zu sehen. Ansonsten fand ich Séte
aber eher hässlich. Interessant soll in Séte der arabische Markt
sein, der aber leider nicht an dem Tag war, an dem wir durchfuhren. Ebenso
ergab es sich später leider nicht, dass wir mal einen kleinen Ausflug
gemacht hätten um diesen Markt zu besuchen.
Séte
hinter uns lassend fuhren wir dann auf der Küstenstraße in richtung
Marseillan Plage. Die Küstenstraße verläuft zusammen mit einer
Bahnlinie über einen schmalen Streifen Land zwischen dem Étang de Thau.
Den Strand, den man ab Séte zu seiner Linken bewundern kann hat mich
schon hier zum anhalten und baden gehen eingeladen. Dieser Strand verläuft
bis nach Cap d`Agde.
Kurz darauf waren wir dann auch schon an unserem Ziel: Marseillan Plage. Dort
suchten wir uns einen Platz auf dem Campigplatz "La
Plage". Hier verbrachten wir dann die nächsten Tage und taten
nichts anderes als Faulenzen, ein paar kleine Ausflüge zu unternehmen
und es uns generell gut gehen zu lassen. Marseillan
Plage und seine Umgebung hat schon ein bisschen was zu bieten.
Leider war die Zeit dann auch sehr schnell vorbei und die Heimreise kam immer
näher.
Auf dem Weg nach Hause durchfuhren wir dann noch einmal ein paar Teile der
Provençe mit dem Ziel Cairanne. Cairanne war unser (bzw. mein Ziel),
da dort einer meiner Lieblingsweine her kommt und schliesslich brauchten wir
ja noch was für die Heimreise :-) In Cairanne angekommen mussten wir
allerdings feststellen, dass es ein Örtchen ist, dass nicht nur schön
gelegen ist sondern wohl auch mal eine kleine Besichtigung wert ist. Daher
wird Cairanne wohl in unserer 2002 Reise einen Etappenstopp markieren.
Von hier an ging es dann über ein paar Nebenstraßen durch underschöne Orte und Gegenden durch die Provençe in Richtung Heimat, wo wir dann einen Tag später ankamen.
Das war`s dann leider auch schon wieder ...